Europawahlen 2019 im Landkreis Marburg-Biedenkopf Traurige Wahrheit für die SPD, jedoch keine ewig anhaltende Realität. Denn nichts ist schnelllebiger als Wahlergebnisse. Nicht nur in Marburg, sondern überall.

Die politischen Schwerpunkte ändern sich, so wie die Zeit sich ändert. Gewinner ist am Ende, wer sich selbst treu bleibt.

Aus dem Thema Umwelt sind die Grünen entstanden. Sie sind heute sehr stark, weil das Bewusstsein fürs Thema Umwelt so gewachsen ist. Macht anstreben und Macht behalten sind jedoch zwei unterschiedliche Fragen. Die Politik war nie eine Ein-Thema-Angelegenheit, sondern eine vielschichtige und komplexere Realität. Sie müssen den Abprallen mit der „Realpolitik“ auch überstehen. In der Realpolitik wird es nicht nur um die Umweltpolitik gehen. Die Weltkonzerne, die mächtig die Umwelt belasten, können Grünen nicht abschaffen, wenn man sich allein die Frage stellt, wieviel allein die Waffenindustrie dazu beiträgt. Wagen sich auch einmal die Grünen daran etwas ändern wollen, werden sie selbst zum Kanonenfutter der Waffenlobbyisten werden. Ich habe noch nirgends gelesen, dass die Grünen einmal die Frage gestellt hätten, mit wieviel Umweltschäden Kriegserzeugnisse in Deutschland produziert werden. Aber wohl viel über die Viehhaltung und Anzahl der Fluge in Deutschland und von Schädlingsbekämpfung, sowie Strom aus Kohle.

Selbstverständlich muss sich die SPD mit den Fragen der Führung auf allen politischen Ebenen, Schwerpunktsetzungen, Nachwuchsgewinnung, und auch dem innerparteiischem Umgang miteinander auseinandersetzen. Und dennoch darf man nie an die Richtigkeit der Grundsätze der SOZIALDEMOKRATIE zweifeln. Denn, ohne Sozialdemokraten würde Europa heute nicht dort stehen, wo sie steht. Wer glaubt, ohne eine „Sozial“ und „Demokratie“ Europa zusammen halten zu können, der wird eines besseren belehrt. Wer glaubt, in Deutschland Frieden und allgemeines Wohl ohne „Sozial“ und „Demokratie“ aufrecht erhalten zu können, der irrt sich.

Es muss jedoch, um auch selbstkritisch zu sein, gesagt werden: Die SPD muss sich erneut zu ihrem Wurzeln (Sozial-Demokratie) zurückbesinnen. Wer sich zu sehr an die Wirtschaft orientiert, der wird am Ende arm rauskommen. Die Stimmen am Wahltag erhält man von Menschen und nicht von der Wirtschaft. Die Vorstände der SPD und zwar auf allen Ebenen, sollten sich fragen, ob sie wahrlich innerparteilich auf allen möglichen Potenzialen eingehen oder ob sie weiterhin mit der „Ein-Mann-Frau-Politik“ den Kurs halten? Sozialdemokratie kann nur in einer Teamarbeit funktionieren und nicht durch Einzelpersonen.

Sozialdemokratie, die sich auf Personen (Figuren) konzentriert, wird verstärkt „Autoritär“ und das hat mit dem Geist der Sozialdemokratie wenig zu tun. Im Bund nicht, in Land nicht und auch innerhalb der Kommunen nicht. Und wenn nun mancher Sozialdemokrat diesen Text zu doof findet, kann ich nur sagen, gerade eben habe ich das gemeint! Wer die Kritik von Innen nicht zulässt, wird die Kritik von außen nie hören.

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